Burg Hauenstein stammt aus dem 12. Jahrhundert und liegt auf 1.273 m.ü.d.M. in einem dichten Forst bei Seis am Schlern.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg im Jahre 1186. Im Jahr 1367 lebte ein gewisser Herr Eckhard von Villanders auf der Burg. Sein Enkelsohn, der spätmittelalterliche Dichterkomponist Oswald von Wolkenstein erbte später ein Drittel der Burg Hauenstein. Besitzer der anderen Anteile war der Ritter Martin Jäger. Keiner von beiden bewohnte jedoch die Burg.
Als Oswald von Wolkenstein jedoch mit 14 Jahren Margarete von Schwangau heiratete, brauchte er ein standesgemäßes Haus und wollte somit Burg Hauenstein für sich gewinnen. Jedoch besaß er das Geld zur Ablöse nicht und besetzte kurzerhand das Anwesen. Nach einem langjährigen Kampf um die Burg konnte der Streit um 1427 beigelegt werden und Oswald erhielt als Entschädigung den alleinigen Besitz der Burg. In diesen Jahren entstand auch das bekannte „Hauensteinlied“ des Minnesängers.
Im 16. Jahrhundert erwarb Christoph Freiherr von Wolkenstein die Burg und ließ diese auch erweitern. Im 17. Jahrhundert verfiel die Burg jedoch zusehends.
Heute befindet sich die Burgruine Hauenstein im Besitz der Diözese Bozen-Brixen und es sind leider nur noch Mauerreste der Burg übrig. 1976/77 wurden allerdings Restaurierungsarbeite durchgeführt und im inneren der Kapelle wurden Überreste von Fresken freigelegt. Außerdem wurden während dieser Arbeiten Bronzeschwert und andere Gegenstände aus dem Mittelalter gefunden.
Die Ruine ist frei zugänglich und außerdem von Seis am Schlern aus leicht zu erreichen (ca. halbe Stunde Fußweg).